Capsule Wardrobe – September Review

Der September ist schon wieder rum und mit ihm wahrscheinlich auch die warmen spätsommerlichen Temperaturen, die uns so viel Freude bereitet haben, aber mir auch manchmal das Leben schwer gemacht haben. Habe ich mich doch so sehr auf meine Herbstgarderobe gefreut, die ich mir für die September Capsule Wardrobe zusammen gesucht hatte.

Aber alles auf Anfang: Am 1. September, nun gut, nicht ganz genau am 1. aber um den Dreh rum, habe ich mich entschieden mit dem Projekt Capsule Wardrobe zustarten. Zuerst habe ich mir nur Stücke für eine Woche zusammengesucht: 7 Tage 10 Kleidungsstücke für jeden Anlass, ob Tag oder Nacht. Hat soweit schon Mal gut funktioniert. Die geringere Anzahl der Kleidungsstücke hat meine Outfits kreativer werden lassen. Ein, zwei Mal sind mir die Sachen auf die Nerven gegangen, aber nur weil ich zwischen durch Mal von Hand waschen musste, um sie am Abend auch anziehen zu können. Ansonsten lief alles prima.

Nach dem ersten Versuch wollte ich noch eine Stufe höher gehen und eine Garderobe für den ganzen September zusammenstellen. Es sollten insgesamt 30 Teile werden: 15 Oberteile, 4 Kleider, 7 Hosen, 4 Add ons (Blazer und Sweatshirts). Wie zuvor schon erwähnt, hatte das Wetter andere Pläne mit mir: Meine sorgfältig zusammengesuchte Herbstgarderobe hielt den hohen Temperaturen von bis zu 30°C nicht stand. An einem Tag trug ich lange schwarze Hosen und einen Rollkragenpullover bei 25°C im Schatten…Also entschied ich mich zu einem unglaublich, extremen Schritt: Ich fügte nochmal ein paar Teile hinzu und überlebte so die tropischen, nahezu utopischen Septembertemperaturen.

September war also noch nicht ideal, um sich auf 30 Herbstteile festzulegen, wer hätte das gedacht? Also wäre es sicher sinnvoll gleich im Oktober weiterzumachen. Nun aber das nächste Problem: Die Teile gehen mir schon langsam auf die Nerven, weil ich nicht einmal alle 30 Teile angezogen habe. Tatsächlich habe ich es nicht einmal geschafft 4 Kleider für den Herbst zu finden, weil ich einfach nicht so viele habe. Ich habe Sommerkleider, ich habe Ballroben, aber ich habe keine 4 Kleider für den Herbst, die sich gleichermaßen für die Arbeit und für Partys stylen lassen. Unglaublich, oder?

Also nachdem ich 30 Tage lang probiert habe, die nicht einmal 30 Teile auf unterschiedliche Art und Weise zu kombinieren und zu stylen, habe ich mich dabei ertappt, wie ich immer wieder auf die gleichen Teile zurückgegriffen habe.  Das ging so weit, dass sogar mein Freund irgendwann die mangelne Abwechslung auf meinem Instagram Feed ansprach…

Jetzt aber Klartext, welche Vorteile hat denn nun so eine Capsule Wardrobe?

1. Du bist am Morgen so viel schneller: Manche schwören darauf ihre Teile am Abend davor schon herzurichten. Ich schaffe das auch…einmal pro Woche zumindest. Denn am Abend probier ich immer 1000 Sachen unterzubringen, Sport, Kochen, Jause herrichten, Wäsche waschen, aufräumen, lesen, …die Liste ist wirklich endlos. Irgendwann ist es Mitternacht und ich liege immer noch nicht im Bett. Dabei hatte ich mir doch geschworen heute früher ins Bett zu gehen, um endlich auf 8h Schlaf zu kommen? Morgen ganz sicher!…So läuft das die ganze Woche, also lege ich mir kein Outfit am Abend zuvor zurecht und suche mir das Passende am Morgen je nach Lust und Laune und Wetter zusamen. Da hilft mir dann die Capsule Wardrobe, die 30 Teile für den Monat hängten nebeneinander und es gab kein langes Herumsuchen.

2. Weniger Auswahl macht kreativer: Du bemerkst schnell, dass diese paar Teile sich auch auf ganz neue Art und Weise kombinieren lassen und du nicht immer nur Jeans und Tshirt tragen musst, um dich wohl zu fühlen. Du fängst an Sachen zu layern: Tshirt, Bluse und Blazer übereinander zu tragen und um alles abzurunden kommt noch ein breiter Gürtel rundherum. Dadurch wird automatisch deine Lust nach Shopping und neuen Stücken verringert, wenn du schon bei den 30 Teilen soviele neue Kombinationsmöglichkeiten entdeckt hast, wie wird es dann erst bei den nächsten 30?

3. Du setzt dich bewusst mit deinem Konsumverhalten auseinander: Wir haben uns ja schon darauf geeinigt, dass du automatisch weniger Kleidung kaufen wirst, ist so! 😉 Demnach merkst du auch ziemlich schnell, wie du normalerweise durch die Geschäfte getigert bist, auf der Suche nach neuen Stücken, dabei hast du ganz vergessen, dass du die tollsten Sachen schon im Schrank hängen hast. Das wird einem dann wieder bewusst, wenn man einmal den ganzen Kleiderschrank neu durchstrukturiert (wie im letzten Beitrag beschrieben).

4. Du umgibst dich mit weniger und bist glücklicher: Ein Effekt, den ich bei mir selbst schon vor längerer Zeit beobachtet habe, ist, dass ich einfach glücklicher und zufriedener bin, wenn weniger Sachen um mich herumliegen. Egal ob im Kleiderschrank, Bücherregal oder auf dem Schreibtisch. Jedes einzelne Teil hat einen fixen Platz und alles ist schön ordentlich. Das spart Zeit und Nerven. Also ein ordentlicher Kleiderschrank mit Stücken für deine Capsule Wardrobe machen fröhlicher, als ein vollgestopfter in dem man einfach gar nichts mehr findet und jedes Teil nur zerknittert zum Vorschein kommt. Vor allem jetzt da der Winter kommt, verbringt man viel mehr Zeit drinnen und zuhause, da ist es wichtig, dass man sich wohl fühlt und kein unnötiger Balast das Leben schwerer macht, als es eigentlich sein muss.

Mein finales Feedback zum ersten Monat Capsule Wardrobe: Ich habe es immer noch nicht geschafft 100% meines Kleiderschrankes aufzuräumen. Ich hoffe aber, dass ich das diesen Monat schaffen werde, wenn das Wetter auch mal regnerisch ist. Aber auch weil ich mit einer Freundin eine #clutterfreeOctober Challenge gestartet habe: Jeden Tag werden ungeliebte Teile aus der Wohnung entsorgt. Die Anzahl steigt jede Woche, Ende Oktober haben wir uns von 95 Teilen getrennt…ich bin schon sehr gespannt, wie die Wohnung Ende Monat aussehen wird.

Auf jeden Fall ist mein finales Ziel nicht einzelne Capsule Wardrobes zu kreieren, sondern meinen Kleiderschrank so zu dezimieren, dass ich den ganzen Schrank als „Capsule“ bezeichnen kann. Mein Ziel ist es jedem Teil den perfekten und wohlverdienten Platz zugeben. Mein Ziel ist es nur Lieblingsteile im Schrank zu habe – wie auch schon zuvor in einem anderen Beitrag angesprochen – es sind nur noch ein paar Teile auf meinem „Vielleicht-Stapel“ aber es gibt den Stapel immernoch. Für monatliche Capsules habe ich aber jetzt schon zu wenig Teile. Zum Beispiel wenn es um das Thema Kleider geht, aber auch Röcke habe ich nur 3 oder 4 gesammt (für das ganze Jahr). Also ist eine Monthly Capsule Wardrobe für mich auf jeden Fall keine dauerhafte Lösung, demnach auch keine Saisonale. Ich könnte mir aber vorstellen nächste Woche wieder mit einer Weekly Capsule zu starten. Die Limitierung auf 10 Teile pro Woche hat mir bis jetzt am besten gefallen, man ist vor allem flexibler wenn’s um das Thema Wetter geht.

Probiert es doch einfach selber aus, oder schreibt mir eure Erfahrungen zu dem Thema, würde mich sehr interessieren.

xx K.

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Verfasst von

Slow Fashion Advocate. Change the habit, change the world.

Ein Kommentar zu „Capsule Wardrobe – September Review

  1. Step by Step komme ich auch immer mehr in die Richtung, aber vor allem meine Sommergarderobe ist noch ein ziemlich bunter und unorganisierter Haufen.
    Schön übrigens auf deinen Blog gestoßen zu sein. Ich folge dir direkt mal hier und in Instagram 😉
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

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