Überlebensguide Flohmarkt | Locations

So ein Flohmarkt

..ist ja schon eine Sache für sich: Man kennt sich, grüßt sich im Vorbeilaufen, aber nur mit einem coolen Kopfnicken, denn für mehr bleibt schließlich keine Zeit. Es gibt wichtigeres zu erledigen. Die Stimmung ist aufgeheizt, die Augen rollen nur so hin und her in den Höhlen, rotieren beinahe schon, um all die kunstvoll übereinander gestapelten, gehäuften und geworfenen, teilweise wirklich schon alten Sachen, in kürzester Zeit nach wertvollen Schätzen abzuscannen. Man könnte es schon fast als Sport betrachten, immerhin kostet es einige Nerven, man fängt unweigerlich an zu schwitzen und anstrengend ist das anschließende Schleppen des gekauften Guts auch noch.

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Der Flohmarkt ist ein Mikrokosmos für sich. Und dennoch versuche ich immer wieder in diesen Kosmos einzutauchen und sei es nur um ein paar günstige Bücher zu finden. Neulich war gerade wieder ein Flohmarkt in Vorarlberg (44. Dornbirner Flohmarkt), ein sehr großer, der nur einmal im Jahr für den guten Zweck veranstaltet wird. Dabei reicht für mich die Auskunft „für den guten Zweck“ schon als Rechtfertigung, um mein Geld in irgendwelche, teilweise unnötige, Sachen zu investieren. Bei meinen Versuchen mich auf Flohmärkten zu orientieren, habe ich ein paar Strategien entwickelt, wie man sich auch als totaler und hoffnungsloser Außenseiter in diesem Kosmos – in dem sich irgendwie jeder zu kennen scheint und sich die eingefleischten Flohmarktbesucher und Verkäufer irgendwie immer gegenseitig zu helfen scheinen – zurechtfindet.

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Die richtige Begleitung.

Das wahrscheinlich Wichtigste überhaupt: Wenn ihr das Glück habt und ein paar Gleichgesinnte kennt, die sich wie ihr, nichts schöneres vorstellen können, als am Wochenende um 07:00 Uhr aufzustehen und sich durch alte Klamotten und andere alte Teile zu wühlen, dann schnappt sie euch und lasst sie nie wieder los! Wenn ihr aber eher der Einzelshopper seit und euch nicht an das Tempo anderer anpassen wollt, geht alleine. Mit den Leuten quatschen kann man sowieso immer. Als Gesprächseinstieg eignet sich immer die Frage nach der Herkunft der Teile, gern gehört wird natürlich auch immer wie schön die Sachen sind die verkauft werden (Was sie selbst zwar nicht denken, sonst würden sie es ja nicht verkaufen). Wenn’s lustig werden soll, dann nehmt noch jemanden mit der als Anti-Secondhand bekannt ist. Leute die Flohmärkte oder Secondhand-Sachen überhaupt nicht leiden können, haben die Angewohnheit sich über alles und jeden zu beschweren. Ich finde das immer sehr unterhaltsam und auch nicht schlecht, wenn dich jemand in deiner Alte-Sachen-Sind-So-Günstig-Euphorie stoppt und dir sagt, dass die Sachen teilweise einfach nur Schrott sind.

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Die richtige Kleidung.

Klingt banal ist es aber nicht, denn nichts ist anstrengender als ein Flohmarktbesuch in der falschen Kleidung. Es ist zu kalt. Es ist zu heiß. Es ist zu unbequem. Es gibt sicher unzählige Faktoren, die bei der Wahl der richtigen Kleidung berücksichtigt werden müssen. Am besten man weiß vorher schon, ob der Markt drinnen oder draußen stattfindet. Wenn er drinnen ist, es draußen aber trotzdem Minusgrade hat, versucht euch trotzdem nicht die dickste Daunenjacke überzuziehen, ihr werdet es spätestens drinnen bereuen, wenn euch die Jacke davon abhält euch durch die Massen zu quetschen oder ihr sie die ganze Zeit im Arm halten müsst. Ebenso hohe Schuhe, wenn ihr diese aberwitzige Vorstellung im Kopf habt, lasst es! Wirklich tut es nicht! Niemals! Auf hohen Schuhen durch einen Flohmarkt zu laufen ist wie im Bikini durch die Kirche zu latschen. Passt einfach nicht so..

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Die richtige Grundlage.

Vor allem wenn man den Vormittag auf dem Markt verbringt, kann ein wenig Essen im Magen nicht schaden. Es beugt Übellaunigkeit vor und stärkt das Durchhaltevermögen – Garantiert. Für Morgenmuffel, am besten davor noch einen großen Kaffee besorgen und mitnehmen. Wer sowieso nie frühstückt, der ist’s wahrscheinlich schon gewöhnt und hält auch ohne durch. (Da stellt sich mir immer die Frage: Wie zur Hölle schafft ihr das??). Am schönsten finde ich es, den Flohmarkt mit der Aussicht zu verlassen, dass es jetzt noch ein leckeres Mittagessen gibt. Das lockt vielleicht auch die Anti-Secondhands mit auf den Markt.

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Bargeld.

Eine wichtige Sache die man nie vergessen sollte, falls man tatsächlich vor hat ein paar Errungenschaften mit nach Hause zunehmen: Bargeld! In einer Welt in der mittlerweile alles online funktioniert und diese kleinen Plastikkarten unersetzbar geworden sind, wird es immer seltener. Aber ja, der Gang zum Bankomat bleibt vor dem Flohmarktbesuch niemandem erspart. Immerhin verkaufen dort Privatpersonen, die ihre Gewinne meist um die Hüfte, in Form einer sehr schicken und ultramodernen Bauchtasche, tragen. Am besten man überlegt sich im vorhinein schon mal was denn alles angeboten wird und kalkuliert dann Mal schnell durch wieviel man dafür ausgeben würde. Bier und Mittagessen nicht vergessen! 😉

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Wenn wir schon beim Thema Geld sind.

Die Preise auf Flohmärkten sind immer so eine Sache, die einen würden sowieso nie Geld für Secondhand ausgeben (siehe oben), die anderen zahlen ohne murren jeden Preis. Fakt ist, dass die werten Verkäufer meistens das Feilschen in den Preis mit einkalkuliert haben. Also: Feilschen, Feilschen, Feilschen! Auch wenn ihr es unbedingt wollt, lasst es euch nicht anmerken und probiert ein wenig den Preis zu drücken. Das gehört einfach Mal dazu. Ausnahmen sind dabei Flohmärkte für den guten Zweck, versteht sich. Eine super Sache bei manchen Verkäufern ist, dass sie den tatsächlichen Wert ihrer Stücke nicht kennen, umso besser für euch: ein handgenähter Mantel vom Schneider um 15€? Gerne!

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Viel Spaß beim nächsten Flohmarktbesuch! (Spaß fett geschrieben, weil das ist das Allerwichtigste!)

xx K
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Verfasst von

Alles rund um Fashion und Lifestyle: DIYs, Upcycling, Reisen und mehr.

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